Autoren: Herr Dr. med. Bernhard Klumpp und Frau Dr. med. Freia Minz

www.venenzentrum-adlershof.de

Das Lipödem ist eine Fettgewebsvermehrung der Beine, eventuell auch der Arme, tritt nur bei Frauen auf, und ist gekennzeichnet durch die Troika (ein aus den Diskussionen um Griechenland bekanntes Wort):

•    die spezielle Form der Beine
•    eine Neigung zu Blutergüssen und
•    eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit der Beine.

Die Ursache der Fettgewebsvermehrung ist unbekannt. Das Fettgewebe des Lipödems reagiert nicht auf Diätversuche oder körperliche Aktivität, dennoch sollte auf Aktivität und Körpergewicht geachtet werden.

Lipödem Stadium III
Die eigentliche Therapie des Lipödems besteht im Tragen von Kompressionsstrümpfen in Flachstricktechnik (alleine zur Linderung der Beschwerden), manueller Lymphdrainage (vor allem bei zunehmender Wasseransammlung) und bei entsprechenden Befunden der Absaugung des Fettgewebes (Liposuktion).

Wenn  Sie vermuten, am Lipödem erkrankt zu sein, beraten wir Sie gerne bezüglich der für Sie günstigen Therapieform.

Adresse:

Herr Dr. med. Bernhard Klumpp und Frau Dr. med. Freia MinzFoto-Dr.-Freia-Minz-250Foto-Dr.-Bernhard-Klumpp-25

Albert-Einstein-Str.2

12489 Berlin

Kontakt:

Tel. 030/6392-2362

Fax: 030/6392-2471

Email info@venenzentrum-adlershof.de

Autoren: Herr Dr. med. Hendrik Altenkämper und Frau Dr.med. Rita Klaus

www.venenzentrum-mk.de

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Kompressionstherapie

Die Basisbehandlung venöser Erkrankungen stellt die Kompressionstherapie mit Kom- pressionsverbänden in der Akutphase und medizinischen Kompressionsstrümpfen in der Dauertherapie dar. Die Kompression übt einen Druck auf das Bein aus, wodurch unter an- derem die venösen Blutgefäße in ihrem Durchmesser eingeengt werden. Dies führt zu einer Beschleunigung des Blutflusses. Gestautes venöses Blut kann wieder besser abtransportiert werden. Die “Motoren” des venösen Blutrückflusses, nämlich die Sprunggelenkspumpe und die Waden-Muskelpumpe werden in ihrer Arbeit wesentlich unterstützt.

Die Folge:

  • Dicke Beine werden wieder dünn
  • Schweregefühl und Schmerzen klingen ab
  • Die Thrombosegefahr wird erheblich reduziert
  • Das Auftreten von Hautveränderungen (offenes Bein) wird verhindert
  • Bereits entstandene offene Beine heilen ab

Auch nach einer Verödungstherapie oder einer Krampfaderoperation ist eine begleitende Kompressionstherapie als unterstützende Maßnahme unverzichtbar.

Adresse:

Herr Dr. med. Hendrik Altenkämper und Frau Dr.med. Rita Klaus

Am Nocken 4,

58840 Plettenberg, Nordrhein-Westfalen

Kontakt:

Tel. 02391/1651

Fax: 02391/10645

Email info@venenzentrum-mk.de

 

Autor: Herr Dr. med. Jörg Zajitschek

www.haut-venen-nuernberg.de

Besenreiserbehandlung

Ein weiteres häufiges Problem stellen Besenreiser dar. Diese erweiterten Hautvenen können erste Anzeichen eines Krampfaderleidens darstellen. Kann dieses durch gründliche Diagnostik ausgeschlossen werden, stehen mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Mikrosklerotherapie (spezielle Verödungsbehandlung): Die Injektion des Verödungsmittels als Schaum oder in flüssiger Konsistenz erfolgt dabei, mit extrem dünnen Kanülen, nahezu schmerzfrei.
  • Lasertherapie: Als Alternative oder auch in Ergänzung zur Mikrosklerotherapie bietet ein hochmoderner Neodym-Yag Laser sehr gute Behandlungsergebnisse. Vor allem in Problemzonen, wie z.B. der Knöchelregion, kann somit das Behandlungsspektrum deutlich erweitert werden.

Adresse:

Haut und Venen Praxis

Äußere Sulzbacher Straße 124,

90491 Nürnberg, Bayern

Kontakt:

Tel. 0911/95 66 65 00

Fax 0911/95 66 65 01

Email praxis@haut-venen-nuernberg.de

Autor:bild-jens-tesmann Herr Dr. med. Jens Tesmann und Kollegen

www.hautzentrum-innenstadt.de

Das VenaSeal Closure System gehört zu den neuesten Methoden Krampfadern minimal-invasiv und schonend zu behandeln. Mit einer kleinen Punktion und einem ebenso kleinen Katheter wird ein medizinischer Venenklebstoff in die zu behandelnde Krampfader eingebracht. Dies geschieht schrittweise, mit sanftem Druck auf die Krampfader und in geringer Menge. Unter laufender Ultraschallkontrolle wird das Gefäß auf diese Weise sicher und effektiv geschlossen.

Das zugelassene Verfahren macht sich die Weiterentwicklung eines bereits seit 50 Jahren erfolgreich eingesetzten Venenklebers zu Nutze. Es eignet sich für die Behandlung von erkrankten Stammvenen sowie großen Seitenastkrampfadern und dauert nur wenige Minuten. Die verschlossene Vene verbleibt im Bein und wird, wie auch bei anderen Verfahren, vom Körper schrittweise abgebaut.

Die Vorteile
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Venenbehandlungen besteht darin, dass weder eine Allgemeinnarkose, noch Lokalbetäubungen entlang der zu behandelnden Vene notwendig sind. Nur am Gefäßzugang wird auf Wunsch eine kleine lokale Betäubung gesetzt.
Der Patient kann unmittelbar nach der Behandlung zu seinem normalen Tagesablauf zurückkehren und verspürt eine sofortige Linderung seiner Symptome. Besondere Vorsichtsmaßnahmen müssen nicht beachtet werden. Auch auf das Tragen von unbequemen Kompressionsstrümpfen kann im Allgemeinen verzichtet werden. In Einzelfällen empfiehlt es sich für 1 bis 7 Tage. Nach einem Kontrollbesuch bei uns in der Praxis sind auch längere Reisen und Langstreckenflüge bereits nach einem Tag wieder möglich.
Blutergüsse wie bei der Stripping Operation entstehen nicht. Auch das Risiko von Hautverbrennungen, Nervenverletzungen oder Verletzungen des umliegenden Gewebes sind ausgeschlossen.

Kosten
Die Kosten für diese Behandlung übernehmen alle Privatkassen, nicht aber alle gesetzlichen Krankenkassen. Sie liegen, je nach Krankheitsbild, zwischen 1200,- und 2.800,- Euro.
Für Kassenpatienten erstellen wir im Rahmen einer Untersuchung einen Kostenvoranschlag für die Krankenkasse. Stimmt die Kasse der Behandlung zu, entstehen keine Operationskosten auf Patientenseite – einschließlich Vor- und Nachuntersuchung.

Adresse:

Praxis für Haut und Venen

Theodor-Heuss-Straße 8

70174 Stuttgart, Baden-Württemberg

Kontakt:

Tel. 0711/3058230

Fax: 0711/30582317

Email info@hautzentrum-innenstadt.de

Autoren: Herr Dr. med. Karl-Hermann Klein , Frau Dr. med. Anke Nölling und Frau Dr. med. Claudia Sickelmann 

www.praxisklinik-burbach.de

Krampfadern entstehen, wenn die Venen nicht mehr richtig arbeiten.

Staut sich beispielsweise durch langes Sitzen oder Stehen das Blut in den Beinen, sind die Venen überlastet und erweitern sich. Unter dauerhafter Belastung dehnt sich die Venenwand immer weiter aus und verliert ihre Elastizität. In Folge dessen schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, was den Blutstau weiter verstärkt. Die Venen werden insuffizient und Krampfadern entstehen, was sich in Symptomen wie Müdigkeit, Schmerzen oder Schwellungen der Beine äußert.

Oder, in der Bildsprache der Straßen: Unbehandelte Krampfadern sind Einbahnstraßen, durch die der Verkehr in die falsche Richtung fließt. Sind die Venenklappen kaputt, fließt zwar Blut bei Kontraktion der Unterschenkelmuskulatur nach oben, bei Erschlaffung der Muskulatur sackt es aber wieder nach unten. Es entsteht zwar eine Pendelbewegung des Blutes in der Krampfader, aber es erfolgt kein herzwärts gerichteter Transport. Daher müssen die noch vorhandenen gesunden Venen schon bei Entstehung einer Krampfader die Aufgabe des Bluttransportes übernehmen und sogar zusätzlich noch das in der Krampfader versackte Blut mit transportieren. Es ist also nicht so, dass sich das Blut erst nach der „Stilllegung“ der Krampfader einen neuen Weg suchen müsste.

Ganz im Gegenteil: Da Umleitungen oder staubedingte Ausweichstrecken aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens selbst schnell überlastet sind, wird der gesamte Blutfluss durch die Herausnahme oder Verödung der erkrankten Vene verbessert, da die gesunden Venen entlastet werden und nicht noch den fehlgeleiteten „Verkehr“ der Krampfader übernehmen müssen. Krampfadern entstehen überwiegend aus ungeklärter Ursache, vermutlich aufgrund einer angeborenen oder altersbedingten Schwäche des Bindegewebes, der Venenwände und/oder Venenklappen. Neben Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen gelten hormonelle Veränderungen als Auslöser einer Varikose, weshalb Frauen häufiger von Krampfadern betroffen sind als Männer. Doch insuffiziente Venen sind nicht nur unangenehm und ein kosmetisches Problem. Bleiben Sie unbehandelt, können Hautveränderungen und –verfärbungen, Entzündungen oder stark nässende Wunden (venöses Ulcus, „offenes Bein“) entstehen.

Adresse:

Praxisklinik am Flüsschen

Am Flüsschen 12,

57299 Burbach, Nordrhein-Westfalen

Kontakt:

Tel. 02736/5995

Fax: 02736/446944

Email info@praxisklinik-burbach.de

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Autorin: Frau Dr. med. Erika Mendoza

www.venenpraxis-wunstorf.de

Was ist die maschinelle Entstauung?

Der Patient liegt bequem auf einer Liege. Die Beine werden zunächst mit einem Baumwollstrumpf versehen und dann wird ein großer Stiefel aus Kunststoff übergezogen, der zunächst ganz locker anliegt. Das Gerät beginnt dann, sich mit Luft aufzublasen. Zunächst kommt so ein Druck im Fußbereich zustande. Nach ein paar Sekunden füllt sich die Kammer an der Wade und dann am Oberschenkel. So wird das Gewebevon unten nach obenleer gepresst.

Nach ein paar Sekunden entweicht die Luft wieder, der Druck lässt nach, nur um sich dann wieder neu aufzupumpen. Somit wird das Bein wiederholt von unten nach oben leer gepumpt.

Die Behandlung ist angenehm. Die Druckstärke kann auf Ihre persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden, so dass die Behandlung immer möglichst effektiv ist, ohne unangenehm zu sein.

Insgesamt dauert eine Sitzung circa 20 Minuten.

Adresse:

Frau Dr. med. Erika Mendoza

Speckenstr. 10

31515 Wunstorf, Niedersachsen

Kontakt:

Tel. 05031/912781

Fax: 05031/912782

Email info@venenpraxis-wunstorf.de

Autoren: Herr Dr. med. Karl-Hermann Klein , Frau Dr. med. Anke Nölling und Frau Dr. med. Claudia Sickelmann

www.praxisklinik-burbach.de

Ultraschallkontrollierte Schaumverödung.

Die Verödung von Venen mit oberflächenaktiven Verödungsmitteln hat durch die Verwendung von Schaumpräparaten zu einer Renaissance der Methode geführt. Zum einen können damit wesentlich größere Gefäße als bisher behandelt werden, zum anderen sind die Nebenwirkungen deutlich reduziert. Das Verfahren wurde in Italien entwickelt und kommt seit etwa zehn Jahren zunehmend zum Einsatz. Die ultraschallkontrollierte Schaumverödung ist mittlerweile eine sehr gut untersuchte Methode zur Behandlung der sogenannten Seitenastvarikosis. Der Schaum, der unmittelbar vor der Behandlung aus dem lang bekannten Verödungsmittel Polidocanol und Luft erzeugt wird, wird unter Ultraschallkontrolle direkt in die Krampfader eingespritzt. Dort verdrängt er das Blut und bewirkt, dass die Gefäßwände verkleben und die Vene im Idealfall dauerhaft verschlossen bleibt. Durch Aktivierung des Immunsystems kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Bereich der verödeten Vene, die dann zum Abbau der Krampfader führt. Durch diese Entzündungsreaktion kann es zu leichten Druckschmerzen im Bereich der Vene kommen, die gerne mit einer Venenentzündung verwechselt werden. Diese leichten Schmerzen sind immer harmlos und verschwinden in der Regel schnell von alleine. Zusätzlich kann es als unerwünschte Folge der Behandlung zu Hyperpigmentierungen kommen (leichte Braunverfärbungen der über der verödeten Vene liegenden Haut), die aber fast immer mit der Zeit wieder verblassen.

Für die Schaumverödung ist keinerlei Betäubung erforderlich. Sie erfolgt in der Praxis und zieht keinen Arbeitsausfall nach sich. Im Vergleich zur Operation und den bereits beschriebenen thermischen Verödungsverfahren ist der Primär- und Langzeiterfolg einer Schaumverödung niedriger, man kann allerdings den Vorgang problemlos wiederholen, wenn sich der Erfolg nicht unmittelbar einstellt, da die Schaumverödung wenig aufwendig und kaum schmerzhaft ist.

VORTEILE

  • Auch wesentlich größere Gefäße als bisher können behandelt werden.
  • Reduzierte Nebenwirkungen.
  • Gute Behandlungsmethode der Seitenastvarikosis.
  • Keine Betäubung, kein Arbeitsausfall.

NACHTEILE

  • Leichte Druckschmerzen und anfängliche Hautverfärbungen sind möglich.
  • Geringerer Primär- und Langzeiterfolg, allerdings leicht wiederholbar.
  • In der Regel keine Kostenübernahme durch die GKV.

Adresse:

Praxisklinik am Flüsschen

Am Flüsschen 12,

57299 Burbach, Nordrhein-Westfalen

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Tel. 02736/5995

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DIE PRINZIPIEN DER KOMPRESSIONSTHERAPIE

Autor: Sigvaris GmbH, Memmingen

Konzept

Das Konzept der Kompressionstherapie beruht auf einem einfachen und effizienten mechanischen Prinzip: der Applikation eines elastischen Textils.

Durch die Kompression der Extremität mit graduierter Kompression – höchster Druck im Knöchelbereich und abnehmender Druck nach proximal – unterstützt der Kompressionsstrumpf den venösen Rückfluss, reduziert den venösen Druck, verhindert effizient venöse Stase und die Schädigung der Venenwand und reduziert so venöse Beinbeschwerden wie Schweregefühl und Schmerzen.

Die Kompressionstherapie wird in der Regel von einem Arzt bei folgenden Krankheiten verordnet:

Venenentzündung

  • Thrombose
  • Krampfadern
  • Nachbehandlung von Venenoperationen
  • Sklerotherapie und allen anderen Formen der Krampfadernbehandlung
  • Chronische Venöse Insuffizienz (CVI)
  • Bei allen venös bedingten Beinbeschwerden (z.B. schwere Beine, Schwellungsgefühl, Schmerzen)

Weitere Indikationen sind:

  • Venöse Beinbeschwerden oder Krampfadern in der Schwangerschaft
  • Thromboseprophylaxe und Vorbeugung von Schwellung und Stauung auf Fernreisen
  • Lymph- und Lipödem

Wenn keine Gegenanzeigen wie z.B. eine ausgeprägte arterielle Durchblutungsstörung bestehen, können Kompressionsstrümpfe im niedrigeren Druckbereich auch ohne ärztliche Verordnung eingesetzt werden. Abhängig von Art und Ausdehnung der Veränderungen kann die Kompressionstherapie mit Wadenstrümpfen, Schenkelstrümpfen, Strumpfhosen, Socken oder Bandagen durchgeführt werden.

Prinzipien

  1. Das Prinzip der Kompressionstherapie basiert auf der Applikation eines kontrollierten Drucks auf das Bein oder den Arm. Die Einheit des Drucks ist Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) oder Hektopascal (hPa). 1 mmHg = 1,33 hPa.
  2. Der Druck wird durch ein appliziertes Textil, Bandage oder Strumpf erzeugt. Strümpfe und Bandagen sind Medizinprodukte. Sie werden nach festgelegten Normen mit strikten Anforderungen hergestellt.
  3. Die Kompressionstherapie wirkt mechanisch. Sie nutzt das Prinzip der Hysterese. Diese ist durch die Relation von Kraft und Dehnung des elastischen Materials definiert. Die Druckübertragung auf das Gefässsystem ist indirekt.
  4. Die Kompressionstherapie wirkt dabei dem pathologisch erhöhten Venendruck entgegen.
  5. Der Anpressdruck ist im Knöchelbereich am höchsten. Der Kompressionstrumpf komprimiert dort am stärksten wo auch der venöse Druck am höchsten ist: am distalen Unterschenkel.
  6. Der Druckverlauf ist degressiv. Der intravenöse Druck fällt in aufrechter Körperposition von distal nach proximal ab. Damit muss auch der Druck des Kompressionsstrumpfes von distal nach proximal abfallen, um einen ungehinderten venösen Abstrom zu garantieren.

7. Der Druck wird bestimmt durch:

  • die elastische Rückstellkraft des Kompressionsmaterials
  • die Form des Beines. Der Druck, der vom Kompressionsmaterial auf das Bein ausgeübt wird, hängt von der Krümmung der lokalen Oberfläche (Laplace-Gesetz) ab und ist umgekehrt proportional zum Radius der Krümmung. Somit übt der Strumpf einen höheren lokalen Druck auf Knochenvorsprünge oder die Achillessehne aus, während über planen Flächen wie dem Fussrücken nur niedrige Drucke wirken. Zwischen Knöchel und Achillessehne (Bisgaard´sche Kulisse) wird praktisch kein Druck ausgeübt.

Literatur:

Pollack A.A. et Holz E.H. Venöser Druck in der Vena saphena am Knöchel beim Menschen während des Trainings und Veränderungen in der Körperhaltung. J Appl Physicl. 1949,1: 649.
Partsch H., E. Rabe, R. Stemmer Compression. Kapitel 5. In: Kompression der Extremitäten. Editions Phlébologiques Françaises. 2000. Paris. Seiten 57-134.

Wirkung

1. Hämodynamische Wirkung

  • Beschleunigung des venösen Blutflusses
  • Abnahme des venösen Blutvolumens
  • Reduktion des pathologischen Refluxes in erkrankten, oberflächlichen und / oder tiefen Venen
  • Unterstützung der venösen Pumpmechanismen (Waden-Muskelpumpe)
  • Reduktion des pathologisch erhöhten Venendrucks

2. Wirkung auf das Gewebe

  • Erhöhung des Drucks in Haut und Fettgewebe und damit Reduktion der Ödementstehung
  • Reduktion eines bereits pathologisch erhöhten Wassergehalts (Ödem)
  • Verbesserter Abtransport von Schlackenstoffen
  • Antientzündliche Wirkung
  • Erhaltung und Förderung reparativer Prozesse

sigvaris

Dr.-Karl-Lenz-Strasse 35
87700 Memmingen
Web: www.sigvaris.com

Autor: Prof. Dr. Markus Stücker, Venenzentrum Ruhr Univ. Bochum 

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Was bedeutet das?
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel im tiefen Venensystem des Körpers – meist in den Beinen. Das Gerinnsel (Thrombus) verlegt die Vene, das Blut kann nicht mehr weiter fließen und muss sich Umgehungswege suchen. Es kann abhängig vom Sitz der Thrombose Verfärbung und Schwellung des Beines sowie Schmerzen beim Auftreten und Laufen oder auf Druck geben.
Ein Blutgerinnsel oder ein Teil davon kann sich aus den tiefen Beinvenen lösen, zum Herzen und von dort in die Lunge wandern und kleinere oder größere Lungengefäße verlegen. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Kleine Lungenembolien verlaufen oft unbemerkt, größer Lungenembolien können zu atemabhängigen Brustschmerzen, Luftnot und Herzrasen führen. Eher selten sind große Lungenembolien durch Verlegung der großen Lungengefäße und dann fehlenden Sauerstoffaustausch tödlich.

Welche Ursachen hat eine Thrombose?
Grundlegend für die Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose ist eine Schädigung der inneren Venenwand, eine Verlangsamung des Blutflusses sowie eine Veränderung der Fließeigenschaften des Blutes.

Häufig treten Thrombosen auf bei:

  • längerer Bettlägerigkeit
  • Bewegungsmangel
  • Erhöhter Blutgerinnungs­neigung z.B. postoperativ oder bei bösartigen Erkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • Bestimmte Medikamente, z.B. Pille
  • HerzschwächeÜbergewicht
  • Angeborene Gerinnungs­störungen
  • Verletzungen

Wie wird eine Thrombose behandelt?
Früher wurde eine Thrombose regelhaft im Krankenhaus mit strikter Bettruhe und Heparininfusion behandelt. Durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse ist jedoch festgestellt worden, dass in ca. 95% der Fälle mit gleich gutem Ergebnis solche Patienten ebenso gut zu Hause mobil behandelt werden können. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist auch heute noch eine stationäre Behandlung der Thrombose, eventuell sogar mit einer operativen Entfernung des Thrombus notwendig.

Der Patient muss jedoch wissen, dass er bei akuten Kreislaufbeschwerden, Luftnot, akuten Brustkorbschmerzen und ähnlichen Zuständen unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen muss. Er sollte in einer solchen Situation keinesfalls selbst Auto fahren, sondern sich entweder von einem Angehörigen fahren lassen oder einen Kranken- oder Rettungswagen rufen.

Sobald eine Thrombose festgestellt wird, muss das Blut verdünnt werden, um ein Wachstum des Blutgerinnsels zu verhindern. Heute verwendet man dazu in den meisten Fällen sogenannte niedermolekulare Heparine, die in die Bauchdecke gespritzt werden und bereits nach 30 Minuten ihre volle Wirkung entfalten. Diese Injektion kann durch den Patienten selbst oder Angehörige erfolgen, wenn der Umgang mit der Spritze bekannt ist.

Man weiß, dass damit das Risiko einer Lungenembolie schon erheblich reduziert ist. Abhängig vom Ausmaß der Thrombose ist neben der Heparin-Therapie auch die Einleitung einer länger dauernden Therapie mit Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) notwendig. Die Wirkung des Marcumar® setzt erst nach 3 bis 5 Tagen vollständig ein. Sie wird durch Ihren Hausarzt mit Hilfe des Quick-Wertes/ INR-Wertes kontrolliert. Der Ziel-Quick-Wert liegt zwischen 25 und 35% bzw. der INR-Wert zwischen 2 und 3 und ist meist nach 6 bis 8 Tagen erreicht. So lange muss die Heparin-Therapie fortgeführt werden.
Sowohl während der Heparin-Therapie als auch unter Marcumar® sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig, um die Wirksamkeit der Therapie zu optimieren und mögliche Nebenwirkungen schnellstmöglich aufzudecken (siehe unten). Die Ergebnisse der Quick-/INR-Messungen werden durch den behandelnden Arzt in einem Ausweis dokumentiert, den Sie immer bei sich tragen sollten.

Ein sofort angelegter Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf bewirkt eine Abschwellung des Beines, eine Verminderung der Schmerzen und eine Verbesserung des venösen Blutflusses. Er hilft auch, eine Zunahme der Thrombose zu vermeiden. Legen Sie den Kompressionsstrumpf morgens an der Bettkante an. Zur Nacht und zum Duschen dürfen sie ihn ausziehen.
Häufige Spaziergänge mit kontrolliertem Gehen, sicherheitshalber in bewohntem Gebiet, führen zu einem besseren Abschwellen des Beines und zu einem besseren Abfluss des Blutes.

Gibt es eine Therapiealternative?
Seit Ende 2011 ist ein weiteres Tabletten-Präparat mit dem Wirkstroff Rivaroxaban (Xarelto®) für die Therapie der Beinvenenthrombose zugelassen. Es wird anfangs mit einer Dosis von 2x15mg/ Tag über 21 Tage gegeben, anschließend mit einer Dosis von 1x20mg/Tag. Sollten Einschränkungen der Nierenfunktion bestehen, muss die Dosis des Präparates ggf. reduziert werden.
Der Einsatz von Rivaroxaban ist besonders dann indiziert, wenn eine sichere Einstellung auf Phenprocoumon nicht funktioniert oder Phenprocoumon nicht vertragen wird.

In besonderen Fällen kann die Therapie mit Heparinpräparaten – ohne Umstellung auf Phenprocoumon – auch über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden. Dies betrifft v.a. Schwangere oder Personen mit einer aktiven bösartigen Erkrankung.

Welche Nebenwirkungen kann die Blutverdünnung haben?
Während der Therapie mit Heparin kann ein akutes oder schleichendes Absinken der Thrombozyten (Blutplättchen) auftreten. Man spricht von einer sogenannten Heparininduzierten Thrombozytopathie (HIT I und II). Deshalb ist es wichtig, dass zu Anfang der Heparintherapie sowie nach ca. 3 Tagen und dann in wöchentlichen Abständen die Zahl der Blutplättchen regelmäßig kontrolliert wird.
Vor allem unter Phenprocoumon kann es bei kleineren Wunden zu länger als gewohnt anhaltenden Blutungen kommen. Sie sollten daher z.B. nach einer Schnittverletzung einen Druckverband anlegen. In der Regel hört die Blutung dann rasch auf.
Alle weiteren Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte den Beipackzetteln der Medikamente.

Wie lange muss die Therapie fortgeführt werden?
Je nach Ausdehnung der Thrombose und Ihrem persönlichen Thromboserisiko legt der Arzt die Dauer Ihrer Blutverdünnungstherapie fest.

Bei Unterschenkelvenenthrombosen sollte die Blutverdünnnung in der Regel für 3 Monate eingenommen werden, bei Oberschenkelvenenthrombosen für 6 Monate. Ist bereits früher schon einmal eine Thrombose eingetreten und handelt sich jetzt um eine sogenannte Rezidivthrombose kann die Blutverdünnung auch für 1 Jahr notwendig sein. Besteht ein erhöhtes Thromboserisiko durch krankhaft veränderte Gerinnungsfaktoren, die man im Laufe des Lebens erwerben kann, die aber auch vererbt sein können, kann eine Blutverdünnungstherapie auch länger oder gar lebenslang erforderlich sein. Dies entscheidet der Arzt individuell.
Im Allgemeinen verfestigt sich eine Thrombose nach 10-14 Tagen und vergrößert sich nicht mehr, wenn sie effektiv behandelt wird. Dies ist der Sinn der Blutverdünnung. In seltenen Fällen wächst die Thrombose trotz richtiger Behandlung weiter, weil die Neigung zur Thrombosebildung zu stark ist.

Die Kompressionstherapie sollte immer mindestens 3 Monate länger fortgeführt werden als die Blutverdünnung, d.h. mindestens 6 Monate nach Erstdiagnose der Thrombose erfolgen. Je nach Ausmaß der Thrombose, den bestehenden Risikofaktoren und den durch die Thrombose entstandenen Folgeschäden kann auch eine längere, ggf. sogar lebenslange Kompressionstherapie erforderlich sein. Hierfür reicht dann aber in den meisten Fällen ein medizinischer Kompressionsstrumpf bis zum Knie aus.

Wann sind Kontrollen erforderlich?
Auch nach Einleitung der Therapie sollten regelmäßige Ultraschallkontrollen erfolgen. Wir bitten Sie daher zu einer Befundkontrolle nach 1 Woche sowie jeweils nach 3 Monaten und 6 Monaten zur Festlegung des weiteren Vorgehens.
Sollte es vor der geplanten Wiedervorstellung zur Zunahme der Beschwerden (Schmerzen, Schwellungen des Beines, plötzlich einsetzende Luftnot oder Kurzatmigkeit) trotz der eingeleiteten Therapie kommen, bitten wir um eine sofortige Wiedervorstellung. Sollten diese Beschwerden außerhalb unserer Sprechzeiten zunehmen, empfehlen wir die Vorstellung in der dermatologischen oder gefäßchirurgischen Ambulanz im St. Josef-Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, 0234-509-0.

Was, wenn eine Thrombose ohne Grund auftritt?
Tritt eine Thrombose ohne ersichtlichen Grund auf, so sind folgende Dinge zu beachten:

Gibt es große Krampfadern, die die Entstehung begünstigen?
Gibt es ein familiäres Thromboserisiko? Besteht eine angeborene Thromboseneigung?
Gibt es eine aktive bösartige Erkrankung? Falls die letzte Krebsvorsorgeuntersuchung länger als 1 Jahr zurückliegt, ist eine altersentsprechende Vorsorgediagnostik zu empfehlen.
Mit welchen langfristigen Folgeschäden und Komplikationen ist durch die Thrombose zu rechnen?
Durch eine Thrombose wird die innerste Venenwand durch Entzündung und Vernarbung bzw. Verklebung geschädigt. Das Ausmaß dieser Schäden ist nicht vorhersehbar. Die Schäden können klein und unwesentlich, aber auch massiv sein.
An einer vorgeschädigten Venenwand ist das Risiko einer erneuten Thrombose gesteigert. Andererseits kann es sein, dass die Venenklappen in den betroffenen Abschnitten nicht mehr so gut funktionieren. Es kann Monate, aber auch Jahre nach der Thrombose zu Schwellneigung des Beines, Krampfadern, dunkle Hautverfärbungen oder gar offene Beine (Beingeschwüre um den Knöchelbereich) kommen.
Daher muss dem betroffenen Bein auch nach Therapie der Thrombose besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dazu gehören eine gute Hautpflege mit verträglichem normalen Hautfett und regelmäßiges Tragen eines Kompressionsstrumpfes, v.a. in Situationen, die mit besonderer Belastung für das Venensystem einhergehen (z.B. langes Stehen oder Sitzen). In der Regel ist nach der abgeschlossenen Akuttherapie dafür sowohl nach einer Ober- als auch einer Unterschenkelthrombose ein Unterschenkelkompressionsstrumpf der Klasse II ausreichend.

Ein Thrombosebein sollte jährlich kontrolliert werden!
Der Patient selbst sieht die entsprechenden Veränderungen, die auf Folgeschäden hindeuten können leider oft zu spät. Durch rechtzeitige Therapie können aber oft die schlimmeren Hautschäden und das offene Bein verhindert werden. Dafür ist eine jährliche Kontrolle des betroffenen Beines ratsam.

Adresse:

Prof. Dr. Markus Stücker, Venenzentrum Ruhr Univ. Bochum

Hiltroper Landwehr 11-13

44805 Bochum Nordrhein-Westfalen

Kontakt:

Tel. 02348/792377378

Fax: 02348/792376

Email m.stuecker@klinikum-bochum.de